{"id":144,"date":"2016-02-27T21:29:18","date_gmt":"2016-02-27T20:29:18","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/?page_id=144"},"modified":"2016-07-02T23:02:36","modified_gmt":"2016-07-02T21:02:36","slug":"amerikanische-faulbrut","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.imkerverein-lehrte.de\/?page_id=144","title":{"rendered":"Amerikanische Faulbrut"},"content":{"rendered":"<p><strong>Faulbrut auf dem Bienenstand &#8211; <\/strong><strong>was ist zu tun? <\/strong>( Referat von Peter Spitzenberg, 11. April 2010)<br \/>\nBei der Faulbrut handelt es sich um zwei verschiene bakterielle Brutkrankheiten der Honigbiene. Man unterscheidet zwischen der <strong>Europ\u00e4ischen Faulbrut<\/strong> (EFB) \u2013\u00a0 die <em> gutartige Faulbrut<\/em> und <strong>Amerikanischer Faulbrut<\/strong> (AFB)\u00a0 \u2013\u00a0 <em>die b\u00f6sartige Faulbrut<\/em>.<\/p>\n<p>Die <strong>Europ\u00e4ische Faulbrut<\/strong> ist relativ harmlos, die jungen Larven verf\u00e4rben sich gelb bis braun und liegen schlaff im Zellengrund. Das abgestorbene Gewebe ist noch strukturiert und nicht fadenziehend sondern eher w\u00e4ssrig. Bei vitalen V\u00f6lkern wird der Infektionsherd oft durch die Selbstheilungskr\u00e4fte des Volkes eliminiert. Hartn\u00e4ckige F\u00e4lle k\u00f6nnen aber auch umfangreiche Sanierungsma\u00dfnahmen erfordern.<\/p>\n<p>Die <strong>Amerikanische Faulbrut<\/strong> ist eine anzeigepflichtige Tierseuche. Der Erreger der AFB (Paenibacillus larvae larvae) wurde Anfang des 20. Jahrhunderts in Amerika erstmals beschrieben &#8211; er war jedoch immer schon in Europa verbreitet. Er bildet sehr widerstandsf\u00e4hige Sporen, die ausschlie\u00dflich die Larven der Honigbiene \u00fcber die aufgenommene Nahrung infizieren. Die Sporen gelangen \u00fcber kontaminierte Bienen mit dem Futter in den Mitteldarm, wo sie innerhalb von 24 Stunden zu St\u00e4bchen auskeimen. Diese durchdringen dann das Darmgewebe, um sich im \u00fcbrigen Gewebe der Larve schnell zu vermehren. Ein Teil der Brut stirbt erst im Streckmaden- oder Vorpuppenstadium und somit in der verdeckelten Zelle ab.<\/p>\n<p>Erst jetzt werden die typischen Symptome der Infektionskrankheit sichtbar. Sie bestehen in verf\u00e4rbten, eingesunkenen, oft auch l\u00f6chrigen Zelldeckeln und der in der Brutzelle verbleibenden, fadenziehenden Masse, die schlie\u00dflich zu Schorfen eintrocknet. Das Brutnest ist l\u00fcckenhaft. Die in den Schorfen vorhandenen Sporen k\u00f6nnen Jahrzehnte \u00fcberdauern. Durch den sog. Streichholztest, bei dem der Zelleninhalt fadenartig am Streichholz kleben bleibt, sowie der Begutachtung der Zelldeckel, kann die Krankheit unter anderem erkannt werden.<\/p>\n<p>AFB Sporen\u00a0 befallen ausschlie\u00dflich die Larven. F\u00fcr Bienen und Menschen sind sie v\u00f6llig ungef\u00e4hrlich \u2013 der meiste importierte Honig enth\u00e4lt AFB Sporen. In vielen L\u00e4ndern wird die AFB mit Antibiotika bek\u00e4mpft. Dies verhindert zwar den Ausbruch der Krankheit, aber die Sporen bleiben. Die Behandlung mit Antibiotika ist bei uns verboten.<\/p>\n<p><strong><u> Was ist zu tun bei AFB?<\/u><\/strong>\u00a0 Bei einem Verdacht auf AFB meldet der Imker evtl. unter Mithilfe des Seuchenbeauftragten seines Vereins den Fall an das zust\u00e4ndige Veterin\u00e4ramt. Bei Nichtmeldung k\u00f6nnte ihm nach dem Tierseuchengesetz ein Bu\u00dfgeld bis zu 25.000 \u20ac verh\u00e4ngt werden. Der Veterin\u00e4r l\u00e4sst durch eine Laboruntersuchung die AFB feststellen und ordnet einen Sperrbezirk von mindestens 1 km um den Stand an. Alle Bienenv\u00f6lker in diesem Bereich werden auf AFB untersucht. Der befallene Stand wird saniert: Von allen V\u00f6lkern werden Kunstschw\u00e4rme gebildet und in neuen oder desinfizierten Beuten mit Mittelw\u00e4nden eingeschlagen. Honig wird geschleudert und kann verwendet werden. Waben k\u00f6nnen als Seuchenwachs deklariert an eine Wachsfabrik gegeben werden, wenn diese \u00fcber eine Einrichtung zur Entseuchung des Wachses verf\u00fcgt. R\u00e4hmchen, Beuten und Ger\u00e4tschaften k\u00f6nnen abgeflammt oder in hei\u00dfer 3%iger Natronlauge gereinigt werden.<\/p>\n<p>Bienen, Betriebsmittel und Ger\u00e4tschaften im Sperrgebiet d\u00fcrfen nicht aus den Bienenst\u00e4nden entfernt werden. Das Anwandern in den Sperrbezirk ist untersagt.<\/p>\n<p>Die AFB ist heutzutage gut in den Griff zu bekommen. Das Abschwefeln der V\u00f6lker sowie Verbrennen von Beuten ist nicht mehr n\u00f6tig, allerdings einfacher ist eine geeignete Prophylaxe.<\/p>\n<p><strong> <u>Prophylaxe:<\/u><\/strong><br \/>\n&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 mindestens 30% neue Mittelw\u00e4nde im Jahr pro Volk<br \/>\n&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Waben bienensicher lagern<br \/>\n&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 leere Beuten bienendicht verschlie\u00dfen<br \/>\n&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 R\u00e4uberei vermeiden<br \/>\n&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 keinen fremden Honig oder Pollen verf\u00fcttern, denn diese Produkte enthalten fast sicher AFB Sporen<br \/>\n&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 keine V\u00f6lker zukaufen ohne Pr\u00fcfung des \u201eFutterkranzprobenergebnisses\u201c<br \/>\n&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Futterkranzproben untersuchen lassen<\/p>\n<p>\u00dcber die Ortsvereine werden in der Regel kostenlose Untersuchungen von Futterkranzproben angeboten (AFB Monitoring). In Niedersachen werden diese auf AFB Sporen im Bieneninstitut Celle untersucht und das Ergebnis in 3 Kategorien klassifiziert den Auftraggebern mitgeteilt:<br \/>\n&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 keine Sporen<br \/>\n&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 niedriger Sporenwert<br \/>\n&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 hoher Sporenwert<\/p>\n<p>Alle Proben des Imkervereins Lehrte erhielten f\u00fcr das Jahr 2009 das Ergebnis \u201ekeine Sporen\u201c. Mithilfe dieser Fr\u00fchdiagnose kann ein vorhandener Infektionsherd erkannt und lokalisiert werden, und man hat oft mehr als ein Jahr vor einem eventuellen Ausbruch der Krankheit Zeit die Infektionsgefahr zu beseitigen.<\/p>\n<p>Schon bei einem niedrigen Sporenwert ist der Imker gehalten \u00fcber die allgemeinen Vorbeugungsma\u00dfnahmen hinaus eine \u201ekleine\u201c Sanierung seines Standes vorzunehmen. Das Bieneninstitut Celle hat hierzu &#8211; Empfehlungen zur Sporenmenge \u201eniedrig\u201c &#8211; herausgegeben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p> <a class=\"continue-reading-link\" href=\"https:\/\/www.imkerverein-lehrte.de\/?page_id=144\"><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":14,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-144","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.imkerverein-lehrte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/144","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.imkerverein-lehrte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.imkerverein-lehrte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.imkerverein-lehrte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.imkerverein-lehrte.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=144"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.imkerverein-lehrte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/144\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":287,"href":"https:\/\/www.imkerverein-lehrte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/144\/revisions\/287"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.imkerverein-lehrte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/14"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.imkerverein-lehrte.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=144"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}