"Geburtenkontrolle" in der Imkerei, was ist das?

Ein im Frühjahr gebildeter Ableger wird zum Herbst ein Wirtschaftsvolk,...zwei werden vier,...vier werden acht,...acht werden sechszehn und immer mehr. Nicht jeder möchte das. Viele Imker möchten ihren Völkerbestand konstant halten.  Das Hobby soll schließlich nicht in Schwerstarbeit ausarten. Und wohin mit den Bergen von Honig? Auch mit dem Verkauf der überschüssigen Völkern im Frühjahr muss es nicht immer klappen.
Und schon droht der Kollaps!

Der Demareeplan ermöglicht die Erhaltung der Wunschvölkerzahl - und ist zugleich eine vielversprechende Schwarmverhinderungsmaßnahme.
Lesen Sie dazu die nachfolgenden Zeilen :

Brutdistanzierung nach Demaree
Werner Schundau "Imkern in der Segeberger Beute"

 

Wir haben in den letzten Jahren schon bei der Freigabe des 2. Honigraums den Demaree-Plan angewandt, einerlei ob die Schwarmstimmung bereits ausgeprägt ist. Dies ist ein Verfahren, das in den USA Ende des vorigen Jahrhundert von Demaree bekannt gemacht wurde und seither in zahlreichen Varianten praktiziert wird. Bei uns wurde es in neuerer Zeit von Hölzer empfohlen und sehr treffend als Brutdistanzierung bezeichnet.

Der Demaree-Plan läuft darauf hinaus, dass wir einen Flugling und einen Brutableger machen und die beiden Volksteile dann doch in der gleichen Beute lassen. Aus den beiden Bruträumen hängen wir alle verdeckelten oder kurz vor der Verdeckelung stehenden Brutwaben mit allen ansitzenden Bienen in eine leere Zarge um. Die Brutwaben, die hauptsächlich Eier und jüngste Larven oder schlüpfende Brut enthalten, rücken wir in der unteren Zarge zusammen. Darüber kommt eine Zarge mit 4 ausgebauten Waben und 7 Mittelwänden. (Ist das Volk bereits in Schwarmstimmung, müssen wir alle Waben aus den Bruträumen kontrollieren und alle angesetzten Weiselzellen zerstören. )

Nachdem das Absperrgitter wieder aufgelegt ist, setzen wir zunächst den bisherigen Honigraum auf. Ganz obendrauf kommt die Zarge mit den Brutwaben. Bei dieser Aktion muss dich Königin gefunden werden, denn sie soll ja unten bleiben. Dies könnte man auch erreichen, wenn man die Bienen von den nach oben kommenden Waben abschüttelt. Doch damit mindert man die Aussichten auf den Erfolg des Eingriffs. Es kommt ja vor allem darauf an, dass die schwarmtriebigen Jungbienen aus dem Brutnest abgezogen werden und einem entfernten Ort andere Arbeit zugefügt werden. Zunächst werden sie natürlich auf den Brutwaben des oberen Raumes Nachschaffungszellen in Pflege nehmen. Absperrgitter und Honigraum trennen sie so sehr von der Königin, dass sie sich weisellos fühlen. Da wir oben keine Jungkönigin schlüpfen lassen wollen, müssen wir nach 9 Tagen alle Weiselzellen ausbrechen. Dabei muss man sehr sorgfältig vorgehen. Am sichersten ist es, alle Waben bienenfrei zu machen, damit man keine noch so kleine Zelle übersieht. Durch unsere Maßnahme ist die Übervölkerung des Brutraums behoben worden. Die Königin hat wieder Platz zum Legen. Die überzähligen Jungbienen, die im Brutnest nur stören, können oben Zellen putzen sowie den Nektar abnehmen und zu Honig verarbeiten. Es gibt Platz für Honig, so dass die Flugbienen wieder fleißig arbeiten können.

Je schwarmträger die Bienen veranlagt sind, desto nachhaltiger ist der Erfolg. Wenn nötig, können wir das Verfahren später wiederholen (empfehlenswert!) - dann aber mit einer 5. Zarge, da bereits 2 Honigzargen auf dem Volk sind. Auf jeden Fall lassen sich die Völker auf diese Weise ungeschröpft durch die Saison führen. Um den Drohnen, die dabei über das Absperrgitter geraten sind, den Abflug zu ermöglichen, muss man um die Mittagszeit bei gutem Drohnenflug den Deckel öffnen und nach kurzer Zeit wieder schließen. Die abgeflogenen Drohnen finden den Weg zum Flugloch. Diesen Vorgang muss man einige Male wiederholen.