Wissenswertes / Interessantes
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  Infobrief
aus dem Kreisimkerverein Hannover

Gliederung unserer Imkerorganisation
im Kreisimkerverein Hannover

Der Kreisimkerverein Hannover arbeitet noch an einer eigenen Homepage. Bis es soweit ist, erhalten wir als Infobriefe Informationen aus dem Kreisverein. Lesen Sie in nachfolgender PDF-Datei den Infobrief zur Organisation des Vereins.

Downloads\kreisimk.pdf


 
 

 

So war das Wetter im April 2012

„Je mehr im April die Regen strömen, desto mehr wirst du vom Felde nehmen.“

Daraus wird wohl in diesem Jahr nicht viel. An 7 Tagen fielen nur 23 Liter Regen auf den Quadratmeter. Nach wie vor ist es sehr trocken, weil die Vormonate keine Reserve brachten. In den letzten vier Jahren fielen im April nur zwischen 10 und 28 Liter Regen. Daraus folgert man schnell, dass sich der April zum „Trockenmonat“ entwickelt. So ein wenig gewinnt die Vorstellung an Glaubwürdigkeit, wenn die durchschnittliche Niederschlagsmenge der letzten 10 Jahre ermittelt wird. Diese lag im April bei 29,1 Liter. Noch interessanter ist die Veränderung zu den Jahren von 1993 bis 2002. Da lag der Durchschnittswert im April bei 58,3 Litern, also der doppelten Mange. Also doch ein Beweis des Klimawandels?

Bis zur Monatsmitte war der April recht kühl. Dann besserte sich das Wetter und die Blütenvielfalt explodierte regelrecht. Wärmster Tag war hier vor Ort der 28.04.2012 mit plus 27 Grad. Die niedrigste Temperatur wurde mit minus 2 Grad am 17.04.2012 notiert. Infolge durchweg niedriger Nachttemperaturen ergab sich eine durchschnittliche Tagestemperatur von plus 8,83 Grad (April 2011 plus 13,47 (!) Grad). In den letzten Jahren wurde der diesjährige Aprilwert nur 2008 mit plus 8,22 Grad unterboten. Die durchschnittliche Luftfeuchtigkeit lag bei 64,6 %, schwankend zwischen 40 und 91 %.

Bis zum Monatsende hatten sich die (noch lebenden) Völker gut entwickelt. Die Honigräume waren schön betragen, teilweise konnte bereits der zweite Honigraum aufgesetzt werden. Von 21 notierten Flugtagen im April gab es allerdings einige, die nur geringe Flugaktivität brachten, weil nördliche bzw. östliche Winde vorherrschten. Bei den Trachtpflanzen gibt es dazu eine interessante Aufzeichnung: Das Buschwindröschen blühte infolge kühler Witterung in diesem Jahr beispielsweise 4 Wochen!

Eine gute Honigernte wünscht der Imkerverein Lehrte seinen Mitgliedern.

Ihr Wetterbeobachter
Gerhardt Fuhrich


 
 

In alten Bienenzeitungen geblättert ….. (Nr. 16)
(Nordwestdeutsche Imkerzeitung, April-Mai 1950)
von Gerhardt Fuhrich 

Wussten Sie schon, dass

- unsere Zeitschrift das führende Organ der niedersächsischen Imker ist?

- unsere Zeitschrift auch in der Schweiz, Elsass Lothringen, England, Frankreich, Schweden, Kanada und Venezuela gelesen wird?

- in der Zeit vom 1.1. bis 30.9.1949 insgesamt 10.026 Doppelzentner Honig im Gesamtwert von 134.000 DM eingeführt worden sind?

- für unsere Leser noch in diesem Jahr ein Wettbewerb zur Erlangung guter Aufnahmen durchgeführt wird? Achten Sie auf die Bedingungen in einem der nächsten  Hefte.

- die Anzahl der Bienenvölker im Bundesgebiet nach der letzten amtlichen Viehzählung schon um 5 % höher als der Vorkriegsstand ist?

- der Landesverband Hannover insgesamt 146.888 Bienenvölker, davon 45.884 (31,2 %) in Körben zählt?  (Im Jahr 2011: 43.502 Völker, davon 367 in Körben)

- eine Rundmade innerhalb 6 Tagen so unvorstellbar an Gewicht und Größe zunimmt, dass z.B., bildlich und grob gesprochen, ein Ferkel während dieser Zeit und bei Zunahme im gleichen Verhältnis zu einem Elefanten heranwachsen müsste?

- verdeckelte Brut bei 40 Grad abstirbt, bei 35 Grad eine normale Entwicklung hat, bei 30 Grad sich der Schlupf um 4 Tage verzögert, bei 25 Grad nach ungefähr 11 Tagen abstirbt, bei 20 Grad nach ungefähr 8 Tagen abstirbt.


 
  Imkereigeräte kostenfrei ausleihen
vom Kreisimkerverein Hannover

- nur für Mitglieder eines Imkervereins im LV Hannoverscher Imker e.V..-

Der Kreisimkerverein verleiht für eine begrenzte Zeit ohne Benutzungsgebühr Geräte, die Sie sonst teuer anschaffen müssten. Nehmen Sie also dieses tolle Angebot war und reservieren sich das eine oder andere notwendige Gerät.

Um welche Geräte es sich handelt und wie Sie diese ausleihen können erfahren Sie beim Herunterladen der folgenden PDF-Datei mit einem Klick.

Downloads\verleih.pdf


 
 


Info zur sogenannten "Amtstierärztlichen Bescheinigung" (sog. Gesundheitszeugnis)
für einen Bienenstand

Wer Bienen oder Bienenvölker über die Grenzen der Stadt, der Region oder seines Landkreises in andere Landesteile führt (z.B. bei Wanderung, beim Kauf oder Verkauf von Völkern usw.) muss vorher ein Gesundheitszeugnis der örtlich zuständigen Veterinärbehörde einholen und am Zielort dem Veterinäramt bzw. dem Wanderwart vorweisen. Die Zuständigkeiten in und um Hannover lesen Sie im Anhang.

Grundlage ist ein gültiger Prüfbericht des Bieneninstituts Celle bezüglich der Freiheit des Bienenstandes von Erregern der Amerikanischer Faulbrut. Einen Bericht stellt das Institut nach bakteriologischer Untersuchung von Futterkranzproben aus. Das Formblatt kann von der Homepage des Instituts heruntergeladen werden. Die Gebühr beträgt 26,18 Euro. Der Prüfbericht ist beim Veterinäramt einzureichen. Das Gesundheitszeugnis kostet zusätzlich etwas über 10 Euro. Im Gesundheitszeugnis wird auch bescheinigt, ob der Bienenstand in einem Faulbrut-Sperrbezirk liegt oder nicht.

Dasselbe gilt auch umgekehrt: Wer aus anderen Landesteilen Bienenvölker nach Hannover einschl. der Region einführt, muss von der Gesundheitsbehörde der dortigen Behörde hier ein Gesundheitszeugnis vorweisen. Allerdings, eine Rückwanderung auf den Stand in die Ursprungsregion gilt bereits als genehmigt, soweit zwischenzeitlich keine tierseuchenrechtlichen Beschränkungen angeordnet wurden.

Ein Gesundheitszeugnis gilt für 9 Monate!

Landeshauptstadt Hannover
Veterinärwesen

Vordere Schöneworth 14
30167 Hannover
Tel. 168-31153
Fax: 168-31234

Region Hannover
Fachdienst Verbraucherschutz und Veterinärwesen

Postfach 147
Hildesheimer Straße 20
30169 Hannover

Tel. 0511 / 61622824
Fax. 0511 / 616 - 21082

Weitere Gesundheitsbehörden im Land Niedersachsen entnehmen Sie bitte dem Internet auf den Websites der jeweiligen Städte oder Landkreise.

Der Webmaster


 
  Auswertung der Völkerverluste in den Jahren 2010 und 2011

hier klicken:
Downloads\verl1011.pdf


 
 

Eckdaten zur Imkerei

Auszug aus dem Ergebnis einer Imkerumfrage 2008
im Auftrag des D.I.B.
durch das Institut für Marktforschung (IFAK).
Beteiligt wurden 3094 Imker.

Art des Imkereibetriebes:
1% Haupterwerb, 12% Nebenerwerb, 87% Freizeitbeschäftigung

Wie kam man zur Imkerei?
47% Interesse an Natur, 29% Familientradition, 27% durch Freunde/Verwandte, 23% durch örtliche Imker und nur 2% durch Werbung!- Offenbar wirkt Werbung sehr wenig. 

Warum wurde man Imker?
66% wegen der Faszination der Bienen, 50% aus Liebe zur Natur, 31% um eigenen Honig zu essen, 25% als Freizeitbeschäftigung und nur 11% um damit Geld zu verdienen.

Soziodemografische Struktur (Alter der Imker):
54% über 60 Jahre, 19% 51 bis 60 Jahre, 16% 41 bis 50 Jahre und nur 10% bis 40 Jahre. Das bestätigt die vergeblichen Bemühungen der Vereine, Jugendliche für die Imkerei zu gewinnen.

Völkerzahl je Imker:
35% haben bis zu 10 Völker, 30% bis zu 20, 9% bis zu 30 und nur 5% mehr als 31 Völker. Auch diese Statistik zeigt, dass in Deutschland die Freizeitimker deutlich die Mehrheit bilden.

Geerntete Honigsorten:
Als Haupttracht gelten Sommerblütenhonig (46%) und Rapshonig (46%) aber auch der an sich interessante Blatthonig zählt mit 32% nicht gerade zu den Raritäten. Dagegen sind Robinie (12%), Löwenzahnhonig (10%) Tannenhonig (8%), Heidehonig (4%) eher die selteneren und begehrten Sorten.

Wie wurden Nachwuchsimker an die Imkerei herangeführt
42% durch Aktionen wie Probe-Imker, Bienen-Patenschaften u.ä., 41% durch direkte Ansprache beim Honigverkauf, 25% durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit, 22% durch Informationsveranstaltungen und 3% durch Werbung mit Handzetteln, Anzeigen, Plakaten. Daraus ist erkennbar, wie bedeutsam die direkte Ansprache und die Betreuung der Anfänger ist.


 
 

Aus der Geschichte der
Stadt Lehrte

 

Lehrte präsentiert sich dem heutigen Betrachter als moderne Kleinstadt mit hervorragender Infrastruktur. Nur 17 Kilometer östlich der Landeshauptstadt Hannover gelegen, verfügt die rd. 45.000 Einwohner zählende Stadt nicht nur über regionale und überregionale Bahnverbindungen, sondern auch über Anbindung an das Fernstraßennetz. Lehrte ist nach dem Regionalen Raumordnungsprogramm Mittelzentrum in der Region Hannover und Schwerpunkt regionaler Siedlungsentwicklung. Das Gedeihen der Stadt ist geprägt durch die direkte Lage am Knotenpunkt der großen Nord-Süd- und Ost-West-Verbindungen von Schiene und Autobahn. Lehrte ist an das Nahverkehrsnetz der Deutschen Bahn AG angeschlossen und verfügt über optimale Zug- und S-Bahn-Verbindungen an die Landeshauptstadt. Der Flughafen Langenhagen ist in 20 Minuten über die Autobahn A2 zu erreichen.

Vor 200 Jahren war Lehrte noch ein unbedeutendes Dorf im „Großen Freien“ abseits bedeutender Verkehrswege. Dies sollte sich in den Jahren nach 1843 grundlegend ändern. Mit dem Bau der Eisenbahn und der stetigen Erweiterung des europäischen Schienennetzes wurde Lehrte zu einem bedeutenden Eisenbahnknotenpunkt. Nachdem 1843 die Strecke Lehrte – Hannover entstanden war, folgten 1845 Lehrte – Celle, 1846 Lehrte – Hildesheim und 1871 Lehrte – Berlin. Der Ort, der 1842 noch 755 Einwohner zählte, entwickelte sich bis 1900 zu einem Gemeinwesen, dem nicht nur 1898 die Stadtrechte verliehen wurden, sondern dessen Einwohnerzahl sich fast verzehnfachte. Der Eisenbahnbau und die damit verbesserte Infrastruktur führten zu einer rasant steigenden Ansiedlung von Industrie, Handel und Gewerbe. 1850 begann die Tonwarenfabrik Meyer zu produzieren, 1854 siedelte sich in Lehrte eine Kunstdüngerfabrik an, 1881 folgte die Portland Zementfabrik, und 1883 wurde eine Zuckerfabrik errichtet. Bis 1898 hatte sich das ehemalige Dorf zu einer Stadt entwickelt. 1911 entstand dann die Viehverkaufshalle an der Germaniastraße, wodurch Lehrte zum bedeutendsten Viehumschlagplatz Norddeutschlands wurde. Mit der Wirtschaftsgeschichte Lehrtes eng verbunden war der Kalibergbau, der 1912 mit dem Abteufen des Schachtes „Bergmannssegen“ begann.

Während rings um den Bahnhof neue Wohnsiedlungen entstanden, konnte das alte Dorf seinen Charakter bis heute bewahren. Die aus Raseneisenstein 1352 errichtete Nikolauskirche ist Lehrtes ältestes Gebäude. Durch die Zuwanderung von Flüchtlingen war die Bevölkerungszahl bis 1950 auf 19.172 gestiegen. Die Zahl der Gemeindemitglieder war dadurch so dramatisch angewachsen, dass 1958 eine Teilung der Kirchengemeinde erfolgen musste. Für die neu gegründete Markusgemeinde im Norden der Stadt wurde 1961 die Markuskirche am Distelborn errichtet. Mit dem Anwachsen der Bevölkerung wurden natürlich auch die Bildungseinrichtungen erweitert. Neben mehreren Volksschulen entstand 1901 die Mittelschule an der Feldstraße, die 1913 in ein Realprogymnasium umgewandelt wurde. Die Schulgebäude wurden und werden ständig erweitert, um dem wachsenden Bedarf gerecht zu werden. So wurde 1979 ein Mehrzweckgebäude für die gymnasiale Oberstufe errichtet, das mit dem Kurt-Hirschfeld-Forum ein kulturelles Zentrum für Theater, Musik und Kabarett bietet. Trotz der Nähe zur Landeshauptstadt Hannover hat sich in der Stadt ein eigenes Kulturleben mit Theatergastspielen, regelmäßigen Konzert- und Literaturveranstaltungen, einer Kunstgalerie mit der sehenswerten Franz-Belting-Sammlung sowie einem Programmkino entwickelt.

Seit der Gebiets- und Verwaltungsreform 1974 gehören zur Kernstadt Lehrte 9 Ortsteile. Dieser Zuwachs bescherte der Stadt nicht nur eine Verdoppelung der Einwohnerzahl, sondern auch die Bereicherung an naturnahen Erholungs- und Naturschutzgebieten sowie ländlichem Charme. Der Wandlungsprozess Lehrtes vom Dorf zur Stadt, vom bäuerlichen Gemeinwesen zum Industriestandort, von der Eisenbahnerstadt zum Dienstleistungszentrum setzte sich nicht nur bis zur Gegenwart fort, sondern weist auch weiter in die Zukunft. Mit der Stilllegung der Zuckerfabrik, die einst am Rande des Dorfes erbaut worden war und nach mehr als 100 Jahren praktisch mitten im Ort lag, und deren Abriss in den Jahren 2002/2003 eröffneten sich ungeahnte städtebauliche Perspektiven.

Aufgrund einer breiten Palette an sozialen und kulturellen Angeboten besitzt Lehrte einen beachtlichen Wohn- und Freizeitwert. Für die sportliche Betätigung stehen zwei Freibäder und ein Hallenbad, zahlreiche Sportstätten sowie weitere städtische Sporteinrichtungen zur Verfügung. Vereinseigene Sportanlagen komplettieren das Angebot. Naherholungs- und Feriengebiete in der Region Hannover bieten vielfältige Möglichkeiten zur individuellen Freizeitgestaltung. Lehrte – ein Ort zum Wohlfühlen!

Hergestellt von MEKA – Eschborn – www.meka∙kunstgrafik.de
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Geschichte der Imkerei

Die gekürzte Fassung eines Vortrags,
der anlässlich der Jahreshauptversammlung des Imkervereins Lehrte
von Klaus Thomaier †, ehemaliger Leiter des Schulbiologiezentrums, Hannover,
am 21. Januar 2007 gehalten wurde.

In Niedersachsen sind die ersten Bienenverordnungen etwa aus dem Jahre 1000 bekannt. Im Jahre 950 vergab Otto der Große in Paderborn die ersten Zeidelrechte. Alle Tiere des Waldes waren Eigentum des jeweiligen Herrschers und dazu zählten auch die Bienen. Das Zeidelrecht wurde wie das Jagdrecht vergeben und das Honiggeld, das dafür gezahlt werden musste, war eine regelmäßige Einnahme der Herrschenden. Eine „Zeidelweide“ war ein altes Flächenmaß und betrug etwa 60 Bienenbäume. Zog ein Bienenschwarm in einen anderen Baum ein, musste er zurückgekauft werden. Während der Schwarmzeit versuchten sich die Zeidler gegenseitig die Völker abspenstig zu machen. Deshalb wurde verboten, neue Höhlen in Bäume zu schlagen und sie mit Honig auszustreichen um Schwärme anzulocken. Auch für leere Beuten musste eine geringe Abgabe gezahlt werden, damit die Zeidler nicht alle Bäume aushöhlten. Ein entflogener Bienenschwarm durfte nur dann aus einer benachbarten Zeidelweide geholt werden, wenn er nicht weiter entfernt war, als der Zeidler seine Zeidelaxt rückwärts unter seinem linken Arm hindurch werfen konnte. Starb ein Zeidler, konnte er seine Bienen nicht vererben, das Zeidelrecht fiel zurück an den Waldherrn, der es neu vergab.

Später hat es Zeidler und Imker nebeneinander gegeben. Allerdings verloren die Zeidler gegenüber den Imkern immer mehr an Boden. Das lag auch an den Rodungen großer Waldgebiete in Westeuropa zusammen. Auch die Imker veränderten im Laufe der Zeit die Bienenhaltung. Sie gingen von der schweren Klotzbeute zum leichteren Strohkorb über. Da bei der Imkerei mit Strohkörben, im Gegensatz zur Zeidlerei, viele Völker an einer Stelle standen, gingen die Imker schon früh auf Wanderschaft. Bienenkörbe wurden mit Tüchern bespannt und zu den Futterplätzen gebracht. Eine Zeichnung von Pieter Bruegel (1565) zeigt einen Imkergroßkampftag, bei dem es galt, die unten offenen Körbe möglichst schnell zu verschließen.

1555 wurde in einem Buch des schwedischen Erzbischofs Olaus Magnus ein Bienenwanderwagen aus Brabant und Flandern abgebildet. Damals ging es nur um eine reichere Honigernte. Dass damit auch der Obstertrag deutlich gesteigert werden kann, ist erst mit den großen Monokulturen der neueren Zeit deutlich geworden.

Die heutige Imkerei in Deutschland wird mit Ausnahme der Heideimker, die auch heute noch Strohkörbe (Lüneburger Stülper) benutzen, in Beuten mit Rähmchen betrieben. Erfinder der beweglichen Waben war der Pfarrer Johannes Dzierzon aus Lowkowitz in Oberschlesien. Er gilt als der „Altvater der Bienenzucht“. Dzierzon baute Strohkörbe und Klotzbeuten so um, dass er schmale Brettchen einlegen konnte, an denen die Bienen die Waben bauten. Damit war die Grundlage für den mobilen Wabenbau und die Hinterbehandlungsbeute geschaffen. Dzierzon wurde in Imkerkreisen weltberühmt. Er entdeckte, dass die Königin die einzige Mutter aller Bienen ist und dass aus unbefruchteten Eiern Drohnen entstanden. Die Universität München verlieh Johannes Dzierzon die Ehrendoktorwürde. Er bekam Orden vom schwedischen König, vom russischen Zaren und von der österreichischen Kaiserin. Nur die Kirche kam mit ihm nicht zurecht (bzw. er mit ihr). Als 1870 das vatikanische Konzil das Dogma von der Unfehlbarkeit des Papstes verkündete, gehörte er mit zur Gegenbewegung und musste die katholische Kirche verlassen. Moderne Bienenbehausungen sind Holzkästen oder werden aus Styropor gepresst.

Europäische Bienen:
IUrsprünglich heimisch war bei uns die Dunkle europäische Biene (Apis mellifera mellifera). Ihr Verbreitungsgebiet begann nördlich der Alpen und reichte nach Norden bis Skandinavien und nach Osten bis zum Ural. Steppengebiete waren ursprünglich bienenfrei, weil ihnen als Waldtiere die Nistmöglichkeiten fehlten. Mit der Ausbreitung dörflicher Siedlungen in Russland wurde die dunkle Biene über ganz Sibirien verbreitet. In Nordamerika hat sich die dunkle Biene nach ihrer Einführung schneller in den Wäldern nach Westen verbreitet, als die Siedlungen der Einwanderer. Noch heute ist in manchen Gebieten die Zahl der Wildvölker größer als der in Kästen gehaltenen Völker.

Südlich der Alpen ist das Verbreitungsgebiet der Kärntner Biene (Apis mellifera carnica). Sie wird „Carnica“ genannt, aber auch als „Bergbiene“ bezeichnet. Der Siegeszug der Carnica in Deutschland begann um 1860. Sie war genauso vital wie die Dunkle Biene aber deutlich friedlicher. Ihre Schwarmfreudigkeit war damals zur Vermehrung der Völker durchaus gefragt. Entscheidender für die Ausbreitung war allerdings die Haltungsweise, der „Krainer Bauernstock“. Die Kästen waren stapelfähig und die Völker waren darin leicht  transportfähig. Die Schwarmneigung der Carnica-Biene brachte sie später in Verruf und erst die systematische Zucht des österreichischen Lehrers Guido Sklenar (1875-1953) legte die Grundlage für die heutige Rasse. Die Carnica-Biene  hat sich inzwischen weltweit im gemäßigten Klima durchgesetzt.

Eine weitere bedeutende Rasse ist die Italienische Biene (Apis mellifera ligustica). Das Verbreitungsgebiet deckt sich ungefähr mit den Landesgrenzen. Die „Ligustica-Biene“ ist sehr brut- und sammelfreudig und wird in etlichen Großbetrieben eingesetzt. Sie scheint auch mit der Varroa-Milbe besser fertig zu werden, als die anderen Rassen. Sie folgte der „Dunklen Biene“ in allen gemäßigten Zonen der Erde, vor allem nach Nordamerika. Sie ist auch die Grundlage der „Buckfast-Biene“. Jahrzehnte lang hat Bruder Adam aus den verschiedensten Unterarten, die er in Europa fand, eine Zuchtlinie entwickelt. Interessant ist ein kleiner Unterschied im Verhalten zwischen Carnica und Buckfast. Während eine Carnica-Biene völlig irritiert ist, wenn man den Stock einen halben Meter verschiebt, macht es einer Buckfast-Biene nichts aus, wenn man den Stock sogar um 180 Grad dreht. Bei einer engen Aufstellung (wie bei Carnica üblich) verfliegen sich Buckfast-Bienen bis zu 30%.

Imkerei auf Kreta:
Die traditionelle Bienenbehausung ist eine konisch zulaufende Tonröhre, die vorne mit einem runden Rindenstück verschlossen wird. Die Waben aus solchen Beuten sind entsprechend kreisrund. Sie werden mit einem speziellen Messer herausgeschnitten und mit Holzklötzchen wieder zurückgesetzt. Wie alt diese Technik sein muss, zeigt ein Goldanhänger aus einem minoischen Palast um ca. 1600 v.Chr.

Imkerei auf Sizilien:
Durch die besondere Lage Siziliens zwischen Europa und Afrika und extremen klimatischen Verhältnissen, gab es auch dort eine eigene Unterart, Apis mellifera sicula. Sie zeichnet sich durch eine besondere Verhaltensweise während der Schwarmzeit aus. Die alte Königin und die Jungköniginnen bleiben nach dem Schlüpfen friedlich zusammen. Erst nach der Rückkehr der ersten Jungkönigin vom Paarungsflug, schwärmt die alte Königin und die restlichen Jungköniginnen werden beseitigt. Ein Verhalten, das sonst nur bei orientalischen Bienen vorkommt. Eine Besonderheit in Sizilien sind auch die Beuten. Sie werden aus den getrockneten Blütenstängeln der Fenchel-Staude hergestellt  Die Ablegerbildung in diesen Kästen ist die gleiche wie in Ägypten vor 3500 Jahren.

Imkerei in Marokko:
Die Rifbiene Nordafrikas (Apis mellifera major) gehört zu den größten bekannten Bienen. Sie ist ein Produkt der Eiszeit, eine nordafrikanische Bergbiene, die damals entstanden ist. Die traditionelle Haltung erfolgte in Röhren aus Korkrinde, nah am Boden und gegen die Sonneneinstrahlung geschützt.

Imkerei in Tunesien:
Die Tellbiene (Apis mellifera intermissa) ist eine an extreme Trockenheit angepasste Biene. Was bei uns die Überwinterung ist, ist bei ihr die "Übersommerung". Auch hier erfolgt die Haltung in Korkröhren oder in geflochtenen Körben.

Imkerei in Ägypten:
Die älteste Darstellung eines Imkers entstand in Ägypten. Das Wandrelief entstand 2500 v.Chr. und zeigt die Bienenhaltung in Tonröhren, wie sie auch heute noch teilweise üblich ist. Die Ägyptische Biene (Apis mellifera lamarckii) brütet wegen des gleichmäßig warmen Wetters das ganze Jahr über. Eingeführte Bienen haben das auch in Deutschland versucht und sind bei Sonnenschein auch im Winter losgeflogen. Übrigens, Zander hat es geschafft, bei einem 3500 Jahre alten Honig die Pollen zu bestimmen. Sie entsprechen der Restflora entlang des Nils. Durch den Anbau von Eucalyptus, Baumwolle und Klee sind die europäischen Bienen leistungsfähiger. Sie werden in großer Zahl importiert und verdrängen immer mehr die Ägyptische Biene.

Imkerei im tropischen Afrika:
Auch die Bienen des tropischen Afrikas sind Mellifera-Arten. Sie unterscheiden sich in ihren Eigenschaften jedoch stark von den Bienen der gemäßigten Zonen. Sie haben: Eine hohe Schwarmneigung, ein schnelles Volkwachstum, schwach geschützte Nisthöhlen, Neigung zu Wanderschwärmen und zum Ausziehen bei Störung. Die Volkdichte südlich der Sahara ist sehr hoch. Aber in vielen Ländern gibt es auch Bienenhaltung.

Amerika: Die aus Europa eingeführten Mellifera-Arten haben zwar im tropischen Amerika überlebt, waren aber nicht optimal angepasst. Daher war es völlig logisch aus Afrika tropische Mellifera-Arten einzuführen. Die Kreuzung war überaus erfolgreich und hervorragend an die tropischen Bedingungen angepasst. Mit einer Ausbreitungsgeschwindigkeit von 200 km pro Jahr hat sie inzwischen die USA erreicht und alle anderen Bienen verdrängt. Da sie deutlich aggressiver reagieren als die Bienen der gemäßigten Zonen, wurden sie bald als „Killerbienen“ bezeichnet. Bei Honigernten von 120 kg pro Volk und Jahr lohnt sich die Imkerei trotz der schwierigen Honigentnahme. Und da sie zudem mit der Varroa-Milbe spielend fertig wird, erzeugen die südamerikanischen Imker mehr Honig als je zuvor.

Asien:
Das Gegenstück zu Apis mellifera bei uns, ist in Asien die Apis cerana. Beide sind im Aussehen recht ähnlich und besetzen die gleiche ökologische Nische. Von dieser Biene wurde die Varroa-Milbe nach Europa eingeschleppt. Allerdings hat die Apis cerana mit Varroa-Milben keine Probleme, da sie eine kürzere Entwicklungsdauer hat und ein besseres Putzverhalten. Die Völker sind mit max. 20.000 Bienen deutlich kleiner und damit auch der Ertrag. Die Drohnen sind kleiner als die Arbeiterinnen. Die interessantesten Unterschiede finden sich im Verhalten. Ist eine Wabe alt und schwarz geworden, wird sie bis auf die Mittelwand abgenagt und neu aufgebaut. Die Verteidigung gegen die Riesenhornisse (Vespa mandarina) ist beeindruckend. Beim Auftauchen einer Hornisse stellen sie jede Aktivität ein und stellen sich dem Angreifer gruppenweise entgegen. Sie warten, bis die Hornisse gelandet ist. Dann stürzen sie sich als Gruppe auf sie und knäueln sie ein. Im Innern des Knäuels steigt die Temperatur auf 45 Grad und die Hornisse stirbt am Hitzeschock.

Die Riesenhonigbiene (Apis dorsata) ist die beeindruckenste Honigbiene. Sie erreicht die Größe einer Hornisse und baut ihre Waben frei in den Bäumen. Da die Bienen größer sind, sind es entsprechend auch die Waben. Der Ertrag pro Volk wird allerdings nur mit ca. 20 kg angegeben. Trotzdem stammen 80 % des indischen Honigs von dieser Biene.


 
 

Das Bieneninstitut Celle informiert
zum Thema
"Wespen und Hornissen - nützlich und schützenswert"
- Dr. Otto Boecking -

 

sowie zum Thema
"Ein Vergleich zwischen Honigbiene, Hummeln,
Hornissen, Wespen und Wildbienen"

- Dr. Werner von der Ohe -

Bitte den gewünschten Titel anklicken; PDF-Datei öffnet sich


 
 

Haben Sie Fragen bezüglich Wespen,
Hornissen, Hummeln, Eulen, Fledermäusen usw.???

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU), hat in unserer Nähe
die Ortsgruppe Burgdorf, Uetze und Umgebung e.V. und den
 Naturschutzbeauftragen, den Sie fragen können: 

Herr Erhard Zander, Tel. 05147/1735

Hornissen-, Wespen- und Hummelberater in Ihrer Nähe:

Jatzkowski, Burgdorf, Tel. 05085/552,
Seidel, Großburgwedel, Tel. 05139/6630,
Helmreich, Lehrte, Tel. 0172/5479456,
Schreiber, Sehnde, Tel. 05102/2453,
Zander, Uetze, Tel. 05147/135

Der NABU hat ein sehr interessantes Veranstaltungsprogramm! Siehe dazu im Internet www.nabu-burgdorf-uetze.de