Unser Imkerverein
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  Pressebericht

Hannoversche Allgemeine Zeitung
Beilage für die Stadt Lehrte
vom 21. Mai 2012

Imkerverein Lehrte informiert Bürger zur Imkerei
am Naturfreundehaus Grafhorn bei Arpke

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Imkerverein Lehrte bei den "Forschertagen"

Die Grundschule St. Bernward in Lehrte hatte vom 16. bis 18. April 2012 für jeweils eine Doppelstunde "Forschertage" angesetzt. Verschiedene Projekte wurden vorgestellt, z.B. Marmelade kochen, Licht in Spektrallinien zerlegen, verschiene Bastelarbeiten u. v. m. Die Gruppen wechselten täglich die Projekte.

Wir hatten mit einigen Lichtbildern und Imker-Utensilien auch etliche Bienen samt Drohnen in einem EWK mitgebracht. Die Kinder, die das Bienenprojekt besuchten, waren ausschließlich aus den 3. und 4. Klassen. Sie erhielten einen Überblick über die Biologie der einzelnen Bienenwesen mit den entsprechenden Aufgaben und die Entwicklung eines Bienenvolkes inklusive Vermehrung. Das Arbeiten mit den Kindern hat uns großen Spaß gemacht, sie waren sehr konzentriert und wissbegierig. Mit der Vorstellung der Honigernte durften die begeisterten Kinder natürlich auch an einer Honigverkostung teilnehmen.

Ilse und Peter Spitzenberg

      


 

 
 

Über den „Hannoverschen Imkertag“
am 11.03.2012

Der Rahmen stimmte, die Beteiligung war groß, mindestens 10% der Mitglieder des Imkervereins Lehrte waren auch anwesend, die Kellner waren leicht überfordert, die Verkaufsflächen von Imkereigeräten wirkten jämmerlich, die Organisatoren waren freundlich, vor allem aber (und darauf kam es an) die Vorträge waren spannend, lehrreich, teilweise sogar faszinierend.

Zum Rahmenprogramm gehörte auch die Ehrung der Gewinner des Honigwettbewerbs. Unser Verein hat da so richtig abgestaubt. Silberne Urkunden erhielten unsere Vereinsmitglieder Dora Strohkirch, Christian Messer, Bernd Kiefert sowie Ilse und Peter Spitzenberg (s. Bild). Herzlichen Glückwunsch. Viel Sympathie erntete auch die Vorstellung der Schul-Imkerei des Schulzentrums Stöcken, Hannover, durch ihren Schulleiter und AG-Leiter Werner Schlüter. Ziel der Schul-Imkerei ist die Förderung der forschenden Persönlichkeit der Schüler und die Umweltbildung durch eine ökologische Bienenhaltung. Es zeigte sich auch, dass die kluge Führung einer Schule kleine Wunder bewirken kann. Die AG war auch Preisträger auf der „Ideen-Expo 22“. Auch gilt die Aktion als offizielles Projekt der Weltdekade 11/2012. Eine tolle Truppe aus Hannover Stöcken.

Und nun eine Rückschau auf die beiden Vorträge. Diese habe ich aus praktischen Gründen in zwei eigenständigen Berichten zusammengefasst. Sie sollen später jeweils unter verschiedenen Sparten in das Archiv einfließen. Lesen Sie also anschließend meine Ausführungen.

Vortrag Nr. 1:
Arbeitsabläufe in einer Honigabfüllerei

Vortrag von Thomas Hebestedt (Fürsten-Reform GmbH
auf dem Hannoverschen Imkertag am 11.03.2012

Das Familienunternehmen „Fürsten-Reform GmbH“ betreibt seit 1933 einen Honigabfüllbetrieb. Er bedient u.a. Langnese (wurde 2005 von Oettker übernommen und verarbeitet sowohl flüssigen als auch cremigen Honig), Biophar (Lizenz seit 1987). u.a.
Aus der Welt-Honigproduktion verbrauchen Europa 24, Asien 40 und Südamerika 10%. Der Rest verteilt sich auf andere Länder und Erdteile. Aus China bekommt Deutschland nur 6 % seiner Honigeinfuhr, überwiegend für die Kosmetikindustrie. Ansonsten ist Deutschland Großverbraucher und  importiert rd. 80%, wobei der Rest von 20% für den Binnenmarkt meist von Hobbyimkern gewonnen wird. Deutsche Imker halten durchschnittlich 9 Bienenvölker und nur 2% mehr als 50 Völker und ernten dabei rd. 23 kg je Volk. Von den insgesamt 81.000 deutschen Imkern sind nur 300 Haupterwerbsimker.

Zum Thema „genveränderter Honig“ (GVO) soviel: Das Thema ist relativ neu und betrifft eigentlich nur Importhonige. Aber die Labore sind noch nicht in der Lage den Genanteil zu quantifizieren. Dadurch herrscht eine Unsicherheit und kann auch keine Kennzeichnung erfolgen. In den Regalen der Märkte findet man auch keinen Honig mit der Bezeichnung „mit genveränderten Pollen“, auch wenn der Honig aus solchen Quellen stammen sollte. Für Käufer von "Deutscher Honig" ist das Risiko gering, weil die Landwirtschaft meist kontrolliert ihre Saat anbaut. Übrigens, die Laborkosten sind sehr hoch und betragen 200 bis 800 Euro, je nach Ausführlichkeit der Prüfung.

Prozedere bei der Produktion im Abfüllbetrieb:
Blickkontrolle, Identifikation durch Chargennummer, Proben werden gezogen, Sortenbestimmung, Rückstandsprobe durch Analyse, Sensorische Bewertung  (Geruch, Geschmack, Konsistenz, Farbe), Freigabe für die Produktion, Rezeptursteuerung und Aufbereitung in Tanks, Abfüllung in Gläser.

Welche Mängel können vorkommen?: Wassergehalt über 18%, enzymarm, gegoren, Lagerschäden, Hygienemangel, Verpackungsmängel (gestattet sind nur fabrikneue Kunststoffgebinde; abgelieferte Gebinde werden gegen neue ausgetauscht), Deklarationsmängel, Rückstände (z.B. Antibiotika). Aus den deutschen Lieferungen werden nur 1% beanstandet! Ein gutes Ergebnis für uns.

Der zu verarbeitende Honig ist immer ein Gemischhonig aus unterschiedlichen Imkerbetrieben, überwiegend aus Südamerika aber auch aus Deutschland. Was früher lukrativ war, die Sortenhonige, verschiebt sich Richtung Blütenhonig (Sommertracht). Denn es wird für die Bienen offenbar immer schwieriger Pollenquellen aus Gebieten mit vielen unterschiedlichen Blüten zu finden. Übrigens, Langnese behandelt den Honig nicht, um ihn flüssig zu bekommen, sondern sucht auf dem Markt Honige mit extrem hohem Fructoseanteil, die von den Kunden begehrten  Flüssighonig für den Handel ergeben. Das Problem ist nur, es gibt zu wenige Flüssighonigspender, eigentlich nur Akazie und Linde.

Ankaufspreise: bei hochwertigen, deutschen Honigen liegen sie relativ hoch, nämlich bei etwa bei 3,10 Euro je Kilo ab einer Menge von mindestens 200 Kilogramm.

A. Asztalos

Vortrag Nr. 2:
“Tipps und Tricks für faule Imker“

Vortrag der Biologin Dr. Pia Aumeier
auf dem Hannoverschen Imkertag am 11.03.2012

Wer kennt nicht die flotten Sprüche unserer geschätzten Wissenschaftlerin, Dr. Pia Aumeier, aus dem Deutschen Bienen Journal? Und so flott wirkt sie auch persönlich, wenn Sie einen Vortrag über Imkerei hält, spritzig, temperamentvoll und voller Ideen. Von großem Interesse ihrer Zuhörerschaft begleitet hielt sie einen 2½-stündigen Vortrag mit Präsentation - ohne auch nur die geringsten Ermüdungserscheinungen zu zeigen. Ich fand das beachtlich.

Frau Dr. Aumeier arbeitet als Wissenschaftlerin an einer Universität in NRW und – kaum zu glauben – bearbeitet  „so nebenbei“ 150 Wirtschaftsvölker und bildet jährlich 300 Ableger. Klar, dass sie rationalisiert was und wo sie nur kann, und bezeichnet dies als die Arbeitsweise eines „faulen Imkers“ was sicher nur die halbe Wahrheit ist. Die andere hälfte nämlich ist , dass sie einfach weniger Zeit für die Völkerführung hat als wir Freizeitimker. Und da ist auch schon der Unterschied zwischen Frau Dr. Aumeier und uns Kleinimker, wenn wir mit bis zu 9 Völkern gar nicht Zeit sparen wollen, sondern, im Gegenteil, uns gerne ausführlich mit unseren Völkern beschäftigen möchten. In dieser Hinsicht redeten wir in der Vortragsveranstaltung etwas an einander vorbei. Denn die maximale Zeit, die Imker für die Bearbeitung eines Volkes aufbringen sollen beträgt nach Frau Dr. Aumeier nur rd. 3 Stunden. Pro Jahr! Was bliebe uns da noch für Spaß übrig?

Hier stichwortartig Inhalte aus dem Vortrag:

Bienenfluchten
sind klasse nicht nur für uns Imker (weniger Stiche), sondern vor allem für die Bienen, die bei der Honigentnahme von der sonst aufregenden Prozedur so kaum etwas mitkriegen. Quasi Diebstahl auf leisen Sohlen. Machen wir gerne!
Beuten ohne großflächige Gitterböden gehören auf den Sperrmüll. Sonst produzieren wir im Winter schimmelige Waben und – vor allem – können wir keine sichere Varroadiagnose vornehmen. Also weg mit den uralten Schwarten.

Bezüglich Rähmchen plädierte die Referentin für Zander. Mag sein, dass in ihrer Gegend Zander weit verbreitet ist, in Norddeutschland ist DN beliebter. Man orientiere sich am „ortsüblichen“ Maß um Völker problemlos verkaufen zu können. Der Oberträger sollte höher sein als früher üblich, weil dann dieser von den Bienen nicht zugebaut wird. Auch Abstandhalter lehnt Frau Dr. Aumeier ab, verdickte Seitenträger nach Hoffmann sind nach ihrer Ansicht einfacher in der Handhabung. Kann sein, aber das kann einschränkend sein beim Verkauf eines Volkes an Imker, die mit Abstandshaltern imkern. Umgekehrt ist es mit Hilfe von Adaptern aus dem Handel kein Problem.
Zur schnellen Populationsschätzung (eben für faule Imker) drahtete sie sich ein Rähmchen so, dass dieses insgesamt 6 Felder ergibt. Dann muss man nur wissen, wie viele Bienen, Brutzellen, Pollenflächen oder Honig in ein Feld passen. Also einmal ausprobieren oder bei Frau Dr. Aumeier anfragen.

Kälte spielt für die Bienen keine Rolle. Sie beheizen nicht ihre Kiste, sondern nur die Traube. Auf unterschiedliche Winterverhältnisse reagieren sie verschieden, aber sie überleben. Kein Volk stirbt durch Kälte. Winterverluste über 5% gehen auf den Konto des Imkers, weil er beizeiten offenbar ungenügend gegen die Varroen unternahm. Im Sommer ist das üble Treiben der Milben im Volk an der Populationsgröße nicht erkennbar, erst wenn die Winterbienen geschädigt sind, ist die Auswinterung massiv gefährdet. Und was bewirkt Nosema? Sie entsteht nur in schwachen Wintertrauben, die nicht genügend Wärme erzeugen können. Deshalb nur starke Völker einwintern und diese sorgfältig entmilben! Auch Viren (die in jedem Volk existieren) werden erst gefährlich, wenn ein Volk geschwächt ist – z.B. durch Varroamilben.

Keine Sorge, Pollenmangel soll es nirgends geben, pollenarme Landschaften in Deutschland existieren nicht - na hoffentlich. Gegenteilige Behauptungen in den Medien sollen Panikmache sein. Zu dieser Erkenntnis soll das Bieneninstitut gekommen sein. Ob das auch so stimmt? Vergiftungen sind zwar nicht ausgeschlossen aber sind eher nur Einzelereignisse, sagt Frau Dr. Aumeier.

Baurahmen neben die Randwabe hängen und nie an das Brutnest oder an Mittelwände. Sonst ist der Abstand von Wabe zu Wabe zu groß. Und immer in die zweite Zarge, dann wird das Volk bei der Kontrolle nicht durch Zargenheben gestört.
Man sollte sehr früh im Frühjahr mit der zweiten Brutzarge und zur Kirschblüte mit der Honigzarge erweitern. Klar, wir kennen die alte Imkerweisheit „lieber eine Woche zu früh als eine zu spät“. Die regelmäßige Reduzierung der Varroen ist erste Bürgerpflicht. Man beginnt damit schon frühzeitig durch ausschneiden der verdeckelten Drohnenbrut. Keine Sorge, in Ecken und Spalten bleiben angeblich immer noch genügend – angeblich ca. 500 (hat das jemand schon gezählt?) - Männer für die Fortpflanzung.

Zur Schwarmvorbeugung die Völker frühzeitig erweitern. Und keine Waben ziehen, sondern alle 7 Tage Kippkontrolle machen (faule Imker). Jungvölker nicht zu stark, am besten mit nur 2 Brutwaben bilden und gleich zu Beginn mit Milchsäure gegen Milben behandeln. Ablegerkästen sind rausgeschmissenes Geld und nehmen 11 Monate lang im Keller Platz weg. Deshalb Ableger gleich von Anfang an in Zargen bilden. Keinen Schied usw. verwenden, weil nicht nötig.

Nicht sofort nach der letzten Schleuderung mit Ameisensäure behandeln, sondern erst Ende August. Mit Oxalsäure erst behandeln, wenn die Witterung kalt geworden ist. Je kälter desto besser, weil die Traube dann dichter sitzt. Fettlösliche Mittel (Perizin, Thymol) nicht verwenden, wasserlösliche (Ameisen- und Oxalsäure; bei Ablegern Milchsäure) sind die richtige Wahl.

Ganz schön viele Tipps, nicht wahr? Kein Wunder, denn Frau Dr. Pia Aumeier hatte viele davon auf Vorrat.
Herzlichen Dank für den prima Vortrag.

Dr. Arpad Asztalos


 

 
 

Rückschau auf den Stammtisch unseres Vereins
am 5. März 2012
Thema des Tages war der jahreszeitbedingt bald aktuelle Frage der Weiselvermehrung. Es gibt da zahlreiche Methoden, teilweise so umständliche wie das Kratzen des linken Ohrs mit der rechten Hand. Was wirklich beachtungswert aber ist, ist die einfache Königinnenzucht. Lesen Sie dazu die Ausführungen unseres sehr erfahrenen Imkerfreundes, H.-J. Priebe.

Einfache Völkervermehrung
mit integrierter Königinnenzucht
von  Hans-Joachim Priebe, Imkerverein Lehrte

 

Seit etwa 25 Jahren ziehe ich Königinnen in Vier-Waben-Kästen als Brutableger mittels Eistreifen. Die Ablegerkästen haben einen oben liegenden Futterraum. Diese Methode eignet sich besonders für Hobbyimker mit einer geringen Völkerzahl. Ich verzichte auf das  "Schulmäßige“ d.h.
- keine Weiselnäpfe und deren Belarvung
- kein Anbrüteverfahren
- kein Pflegevolk ( mit vorheriger Entweiselung)

Allerdings ist auch das Verschulen von Weiselzellen nicht möglich!

Mein Zeitplan:
1. Ende April
Bei jedem Volk werden zwei Waben mit junger Brut – die Waben können auch etwas Pollen und Futter haben – in den Honigraum gehängt. Bei dem Volk oder den Völkern, die zur Zuchtstoffabgabe vorgesehen sind, wird jeweils eine Mittelwand neben die Drohnenwabe gehängt.

 2. Neun Tage später – Anfang Mai
Die Ablegerkästen werden bestückt - Fluglöcher schließen.
- zwei verdeckelte Brutwaben mit Bienen jeweils aus verschiedenen Völkern (Honigräumen) in die Mitte hängen
- zwei ausgebaute Randwaben – auch schwach mit Bienen besetzt - kommen hinzu, davon eine Wabe aus dem Honigraum mit etwas Nektar.
Die Kästen können am Heimatstandort aufgestellt werden. Die Weiselunruhe stellt sich nach ein paar Stunden ein.

3. Am nächsten Tag vormittags
Zuchtstoff von einem guten Volk geben. Die Mittelwände neben den Drohnenwaben sind meistens ausgebaut und bestiftet. Da die Zellen noch nicht voll ausgezogen sind, eignen sie sich gut für die Bienen zum Umbau von Weiselzellen. Ich schneide daumenbreite ca. 8 cm lange Eistreifen (Maden sollten nicht darin sein), verbreitere eine mittlere Wabengasse etwas und drücke den Eistreifen darüber. Futter geben und der Ableger ist fertig.
Abends, wenn der allgemeine Flugbetrieb eingestellt ist, Fluglöcher öffnen.

4. etwa sechs Wochen werden wir uns gedulden, bis zum Schlupf der Königin, eine bis zur Begattung, eine bis zur Eiablage und zwei bis die junge Brut verdeckelt ist.. Der Zeitraum verkürzt sich um eine Woche, wenn ich den Ableger mit einer verdeckelten Nachschaffungszelle aus einer stillen Umweiselung aus einem guten Volk bestückt hatte. Bis zum Schlupf der Königinnen keine Nachschau, da die Gefahr besteht, Weiselzellen zu zerstören. Es bleibt die Fluglochbeobachtung und die Pflege durch Futtergaben. Die stärkste Königin setzt sich durch und geht in Brut. Bevor die Brut verdeckelt wird, kann etwas Oxalsäure geträufelt werden. Nach den besagten sechs Wochen können die Ableger in einräumige Beuten umgesetzt werden. Hat es nicht bei allen geklappt, kann man das weisellose Volk einem weiselrichtigen zugeben. Falls der Ableger bereits drohnenbrütig ist, wird dieser abseits des Stands abgefegt. Das kam bisher bei mir nie vor. Jetzt gut pflegen, besonders bei schlechtem Wetter das Füttern nicht vergessen. Anfang bis Mitte Juli kann die Erweiterung auf zwei Räume erfolgen. Ich erweitere nach oben und hänge dabei 3 – 4 Brutwaben hoch. Bereits Mitte bis Ende Juli ein halbes Paket Futterteig geben - es wird sehr gut abgenommen. Die Ableger werden mit in die Varroabehandlung einbezogen. Ende August durch Wiegen oder Schätzen Winterfuttervorrat ermitteln und notfalls flüssig nachfüttern –  fertig sind starke, überwinterungsfähige Völker!

Foto: P. Spitzenberg


 
 

Über die JHV 2012 des Imkervereins Lehrte

Am 22. Januar fand die Jahreshauptversammlung 2012 des Imkervereins Lehrte statt. Vereinsrechtlich ist es vorgesehen, jährlich eine JHV durchzuführen. Sinn der Versammlung ist es, zwischen Vorstand und Mitgliedern die formale „Wechselbeziehung“ zu pflegen. Dazu gehören insgesamt die Jahresberichte als offizielle Information der Mitglieder. Und dazu gehört natürlich auch die Offenlegung der Kassenbilanz.

Unser Verein gehört zum drittgrößten Imkerverein in der Region (im Kreisimkerverein). Die Mitgliederzahl beträgt zurzeit 70 Freizeitimker mit insgesamt 407 Bienenvölkern. Austritte (3), Sterbefälle (3) und Neumitglieder (5) halten sich etwa die Waage. Die Mitgliederentwicklung ist somit stagnierend. Allerdings findet dabei eine schleichende Verjüngung des Vereins statt, was auf eine günstige Zukunft hindeutet. Es ist deutlich feststellbar, dass das Verständnis für moderne Technologien (Internet, elektronische Kommunikation usw.) ständig wächst. Und das ist eine wichtige Voraussetzung für eine langfristige Existenz einer modernen imkerlichen Gemeinschaft. Der Imkerverein Lehrte fördert beharrlich diese Entwicklung. Gut so. ein Traditionsverein fördert aber auch seine verdienten Mitglieder. So wurden für langjährige Mitgliedschaft mit einer Urkunde folgende Imkerfreunde geehrt (s. Bild): Erich Kamp, Uetze-Katensen (50 Jahre), Hein-Werner Götting, Aligse (50 Jahre), Walter Baum, Hänigsen (40 Jahre), Otto Köhler, Sehnde-Gretenberg (25 Jahre) und Henning Wilhelm, Aligse (15 Jahre). Herzliche Gratulation.

Unter „Geschäftliche Mitteilungen“ wurde unter anderem auf anstehende Informationsveranstaltungen hingewiesen (Vertreterversammlung, Imkertag u.a.), auf die Möglichkeit des Ausleihens von imkereitechnischen Vorrichtungen beim Kreisimkerverein und einiges mehr erörtert. Dazu gehört aber auch das Verlesen des Protokolls von der JHV 2011 Eine gute Praxis, denn wer erinnert sich schon an Einzelheiten aus einem Abstand von einem Jahr? Die Vorstandsmitglieder trugen ihre Jahresberichte vor und hatten somit Gelegenheit auf Probleme und Erfolge aus ihrer Tätigkeit zu verweisen. Nun wissen wir, dass die AF-Sperrbezirke um Hänigsen (s. Aktuelles) immer noch bestehen, weil zwei Proben noch immer nicht ausgewertet werden konnten. Die Angelegenheit verläuft sehr schleppend. Die Vereinshomepage findet nach wie vor Zuspruch. Unsere Finanzen liegen auf einer stabilen Grundlage. Die Kassenführerin wurde von den Kassenprüfern entlastet und der gesamte Vorstand ebenso. Also alles in trockenen Tüchern. Herr Arne Engel wurde nach Ausscheiden von Herrn Christian Messer aus dem Kassenprüferteam zweiter Kassenprüfer. Herr Tim Böttcher rückt an die erste Stelle.

Herr Fred Rißland organisiert eine Tagesfahrt nach Volpriehausen. Abfahrt mit dem Bus am 16. Juni 2012, 8.00 Uhr in Lehrte. Preis 43 Euro/Person. Anmeldung bei Herrn Rißland unter Telefon 05147-1445. Bitte schieben Sie die Anmeldung nicht hinaus. Der Organisator muss schließlich planen können.

Die JHV wurde mit einem sehr interessanten Info-Vortrag von Herrn Kreisvorsitzenden Dr. Reinhold Hergemöller zum Thema Wachskreislauf und alternative Varroabekämpfung abgeschlossen (s. "Wissenswertes" auf dieser Homepage). An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön dafür, dass er für uns seinen Sonntagnachmittag geopfert hat.

Arpad Asztalos


 
 

Wie sind wir Imker versichert?

Referat von Gerhardt Fuhrich
bei unserem Stammtisch am 13. Februar 2011

Zur Geschichte der Imkerversicherung: Im Jahr 1907 wurde der erste Versicherungsverein mit ca. 28.000 Mitgliedern ins Leben gerufen (der Deutsche Imkerbund entstand ein Jahr später). Die Mitgliedschaft war anfangs freiwillig, aber bald traten die Landesverbände dem Versicherungsverein geschlossen bei. Die Versicherung der Mitglieder in Imkervereinen wurde zur Pflicht. Später im Jahr 1939 trat auch eine Imkerunfallversicherung in Kraft.

Die Versicherung beschränkte sich anfangs auf die nackten Bienenvölker. Bald war es aber möglich, Zusatzversicherungen für andere Art von Schäden abzuschließen. Heute gilt der Versicherungsschutz auch für Beuten, Bienenhäuser, Freistände, Wanderwagen, Inventar, Honigvorrat, u.a.. Auch Aufräumungs- und Entsorgungskosten gehören dazu. Die breite Palette der Versicherungsleistungen beinhaltet Frevel (wobei Zerstörungen durch Tiere nicht versichert sind), Feuerschäden, Unfälle, Diebstahl, Vandalismus, Vergiftungen durch Pflanzenschutzmittel, Einbruch, Sturm-, Hochwasser- und Überschwemmungsschäden. Gut zu wissen: auch selbst verschuldete Schäden werden berücksichtigt (z.B. Verbrausen von Völkern bei Wanderungen, Brand durch Rauchtopf).

Wer anderen einen Schaden zufügt, sollte unbedingt eine Haftpflichtversicherung haben. Als Vereinsmitglied haben Sie diese und zwar mit 5 Mio für Personen- und Sachschäden und ¼ Mio Euro für Vermögensschäden. Der Versicherungsschutz besteht bei Ausübung einer imkerlichen Tätigkeit aber auch bei Veranstaltungen der Imkerorganisationen und bei ehrenamtlichen Verbandsaufgaben. Dies gilt auch für Angehörige und Hilfskräfte.

Die finanzielle Erstattung für die Schäden erfolgt unter Wert, warum? Eine wertgerechte Versicherung könnte zum Missbrauch verleiten. Nicht jeder Mensch ist ehrlich. Die Erstattung beträgt in der Regel 52 Euro je Volk mit Waben, 52 Euro je besetzte Beute, 26 Euro je Ableger mit Waben, 12 Euro für Futter und 36 Euro für Ernte in der Beute. Für Bienenhaus, Wanderwagen und Freistand beträgt die Höchsterstattung 520 Euro, für Inventar 420 Euro. Nicht besetzte Beuten gelten als Inventar. Wichtig: Die üblichen Hausratsversicherungen beinhalten nicht Schäden auf dem Bienenstand.

Im Rahmen der Unfallversicherung gelten der Tod, mögliche Folgen von Invalidität und die Wiederherstellung der Gesundheit. Bei Unfällen gilt der Grad der Invalidität, bei Verlust von Funktionstüchtigkeit von Arm und Schulter (70 %), Hand im Handgelenk (55 %), Daumen (20 %), Zeigefinger (10 %). Die Deckungssummen sind relativ gering, also Imkerfreunde immer schön aufpassen!

Auch Rechtsschutz ist in begrenztem Umfang Bestandteil der Versicherung bei einer Wahrnehmung der Bienenhaltung. Er gilt nicht für eine juristische Beratung, sondern wird erst bei Klage wirksam. Für kostenlose Beratung kann aber der Justiziar des LV Hannoverscher Imker e.V. angesprochen werden.

Was tun bei einem Schaden? Den Schaden schriftlich festhalten (Zeugen), evtl. Polizei einschalten. Grundsätzlich dem Vereinsvorsitzenden Meldung machen (er verfügt über die notwendigen Formblätter), der wiederum den Landesverband und dieser schließlich die Versicherung einschaltet. Die Sachlage muss präzise beschrieben werden („Schadensanzeige“). Bei Straftaten (Diebstahl, Brandstiftung) muss auch bei der Polizei Anzeige erstattet werden. Bei selbst verursachten Schäden grundsätzlich nie vor Ort Schuldeingeständnis machen

Zur Info: Versicherer unseres Landesverbands ist die Firma Gaede & Glauerdt GmbH, Hamburg. In der Beitragsordnung für 1012 des LV Hannoverscher Imker e.V. beträgt für Mitglieder mit Bienen der Anteil der Versicherung 7,67 Euro pro Jahr.

Zur Vollständigkeit folgende Information: Seit 2008 gilt eine Imkerei ab 26 Bienenvölkern als gewerbsmäßiges Unternehmen. Eine Folge daraus ist die Versicherungspflicht in der landwirtschaftlichen Unfallversicherung. Dies betrifft uns Hobbyimker mit deutlich weniger Bienenvölkern somit kaum.

Dr. Arpad Asztalos


 
 

Über eine Reise
zu den Riesenhonigbienen in Nepal

Vortrag bei der Adventfeier des Imkervereins Lehrte
am 12. Dezember 2010

Im würdigen Rahmen bei Kerzenlicht, Kaffe und Kuchen feierte unser Imkerverein den 3. Advent. Mittlerweile war das die 41. Adventveranstaltung unseres Vereins. 37 Vorträge über fremde Länder wurden bisher gehalten und mehrere Filme vorgeführt. Wie auch bisher wurden Weihnachtslieder gesungen, und einige unserer Mitglieder verlasen teilweise selbst verfasste Geschichten und Gedichte. Unser Gast, Kurt Knibbe aus der Wedemark, erzählte auf plattdeutsch lustige Geschichten, und der polyglotte Imkerfreund Schulz-Benckendorf glänzte mit tiefsinnigen Zitaten auf arabisch, griechisch und lateinisch. Die Tischdekoration stammte von unseren Imkerfrauen: gerollte Kerzen von Frau Jaster, Teelichter mit hübschen Deckchen von Frau Rißland, um einige zu nennen.

Höhepunkt des Nachmittags war ein Bildvortrag von Herrn Willi Schedler, Vorsitzender des Imkervereins Wolfsburg, über seine vom Deutschen Bienenjournal organisierte Reise zu den Riesenhonigbienen in Nepal. Seine Ausführungen waren hochinteressant und die Präsentation spannend. Das Land, bis vor kurzem Königreich und seit 2007 Republik ohne Verfassung (!), grenzt an Indien und Tibet. Die Hauptreligionen sind Buddhismus und Hinduismus.

Kathmandu, Hauptstadt von Nepal, liegt rd. 1.400 Meter über dem Meeresspiegel. Das Land bietet noch reichlich unberührte Natur und ist für unsere europäischen Augen ausgesprochen exotisch. Die Bevölkerung ist bitterarm. So verdient zum Beispiel ein Sherpa (Bergführer und Lastenträger) für seine mühevolle Arbeit einen Tagelohn von einem Euro. Und das gilt dort schon als guter Verdienst. Ein Sherpa muss mindestens 50 und kann bis zu 100 kg Last tragen. Er muss notfalls einen unterwegs erkrankten Touristen auf seinem Rücken schleppen können. Kaum zu glauben. Die 18 Personen der Exkursion wurden von 15 Lastträgern begleitet.

Das Land besteht aus völlig separat lebenden 40 Volksgruppen. Eine Vermischung untereinander findet nicht statt, obwohl offiziell das Kastenwesen verboten ist. Es besteht keine Schulpflicht; der Schulbesuch gilt als sehr teuer. Kathmandu grenzt an den mit über 8.000 Metern höchsten Berg der Erde, den Himalaja. Über der Stadt liegt ständig eine Dunstglocke, bestehend aus Rauchgasen vom brennenden Abfall auf den Straßen. Eine Müllabfuhr gibt es nicht, jeder wirft seinen Abfall auf die Straße, der dort schließlich verbrannt wird. Das Straßenbild ist für Europäer ungewöhnlich, zwischen bunt gekleideten Menschen und Unmengen von Bettlern laufen frei lebende (heilige) Kühe, Schafe und Hunde, um die sich keiner kümmert. Und neben Blechhütten herrliche religiöse Bauwerke, die Stupas, die wie Pagoden aussehen, jedoch keine Innenräume haben, sondern die vielen Kultfiguren und Statuen befinden sich in den Außenwänden und werden dort von den Gläubigen verehrt. Kathmandu ist eine exotische Stadt der Gegensätze.

Ja, und die Riesenbienen – die gibt es wirklich. Die Dorsata-Biene, wie die Riesenbienen heißen, leben in versteckten Gebieten, so dass nur einheimische Honigjäger ihre Aufenthaltsorte kennen. Die Völker bauen unter Felsvorsprüngen ihre bis zu 2 Meter großen Waben. Die Honigjäger erreichen die Völker über selbst gebaute Strickleitern und klettern darauf bis zu 80 Meter hoch (Bild oben). Was wir Imker mit Pfeife oder Rauchtopf bequem bewerkstelligen, muss der nepalesische Honigjäger mühselig mit trockenen Grasbüscheln schaffen. Allerdings muss der Rauch auch extrem stark sein, um diese ungewöhnlichen Bienen in Schach zu halten. Die Bienen sind zwar sogar größer als unsere Hornissen, ihr Gift ist aber schwächer als das von unseren Bienen. Die Varroamilbe vermehrt sich dort nur in Drohnenwaben – auch eine Besonderheit. Die Waben werden von den Nepalesen in Stücken gegessen; die Vorräte in Gläsern sind eine für unsere Ansprüche unappetitliche Mischung aus Honig, Wabenstücken und Brut. Der Wasseranteil des Honigs beträgt um die 30 %. Rohe Brut gilt dort übrigens als Delikatesse, was die Exkursionsteilnehmer allerdings nicht so empfanden. Die Bienenvölker wandern nach Blütenende weiter in andere blütenreichere Gebiete, kommen aber jedes Jahr an ihre vertrauten Felsvorsprünge zurück und bauen dort wieder ihre riesigen Waben. Nun muss man allerdings wissen, dass es außer der Jagd auf die Vorräte der Dorsata-Biene in Nepal auch reguläre Imkerei gibt, und zwar mit gewöhnlichen Bienen. Die Völker sind sehr klein. Ein Bienenkasten beinhaltet insgesamt nur 7 mittelgroße Rähmchen. Die maximale Ernte je Volk beträgt auch nur 10 Kilogramm. Aber Honig ist teuer, so bildet Imkerei durchaus eine Existenzgrundlage. Die Varroamilben, die bei Dorsata-Bienen – wie auch bei unseren Bienen – in Arbeiterbrut parasitieren, werden mit obskuren Mitteln bekämpft. Wir sahen im Bienenstock Blättchen, die an Apistanstreifen erinnerten. Und das mitten zwischen den Honigwaben. Ja, dann guten Appetit. So viel von dieser wirklich außergewöhnlichen Reise.

Wir danken unserem Imkerfreund Herrn Willi Schedler aus Wolfsburg herzlich für die virtuelle Reise, die wir mit ihm – wenn auch nur bei unserer Adventfeier – durch Nepal zu den Riesenhonigbienen machen durften.

Dr. Arpad Asztalos


 
 

Was ist Imkerei?

Sie ist Entspannung in einer anderen Welt!

Imkerfreund D. Pannke charakterisiert unser gemeinsames Hobby: "Sobald ich meinen Bienenstand betrete, tauche ich in eine andere Welt ein. Da die Biene kein Ruckzuck liebt, erzieht sie den Imker zu ruhigem und gemessenem Handeln. Auf dem Bienenstand sind Ruhe und Entspannung angesagt. Wer vor dem Flugloch sitzt und die Bienen beobachtet gewinnt ein intensiveres Verhältnis zur Natur. Und für alles, was da grünt und blüht....

 
 

....deshalb: werden auch Sie Mitglied in unserem Imkerverein Lehrte!

Entdecken Sie die Freizeitimkerei als sinnvolle Freizeitbeschäftigung! Sie leisten damit Ihren Beitrag zur Erhaltung der heimischen Tier- und Pflanzenwelt.

Besuchen Sie unverbindlich als Gast unsere monatlichen Versammlungen (Stammtisch) mit Vorträgen und Informationen (Ort und Termine siehe Navigationsleiste unter "Infos"; Rückfragen unter "Kontakte" ). Und wenn es Ihnen bei uns gefällt, werden Sie Mitglied in unserem Verein! Gleich, ob Sie bereits Bienenvölker besitzen oder noch nicht, wir freuen uns auf Sie!

 

Ziele unseres Imkervereins:

  -   Betreuung der Imkerschaft in Lehrte und Umgebung, sachgemäße Imkerei und Bienenzucht,
-   Maßnahmen zur Erhaltung unserer Landschaft,
-   Lehrveranstaltungen, Exkursionen und Geselligkeit,
-   Information der Öffentlichkeit über den Nutzen der Bienen für unsere Umwelt durch
    Medienberichte, Internetpräsenz, Ausstellungen und Beteiligung an Stadtfesten mit
    Infoständen.
 
 

Geschichte unseres Imkervereins:

 Gründung des Vereins

Der Imkerverein Lehrte wurde 1938 gegründet. Die Anfangsjahre fielen somit in die Kriegszeit. Die Imkerschaft wurde durch Abgaben belastet (je Kasten 3 kg bzw. je Korb ½ kg Honig, je neu aufgestelltes Volk 1 kg Reinwachs). Nur wer sein Abgabesoll erfüllte, hatte Anspruch auf die Zuteilung von Zucker für das Winterfutter und Tabak für die Imkerpfeife. Mittelwände hatten die Imker aus der eigenen Wachserzeugung herzustellen. Aber auch Erfreuliches gab es, so die gezielte Schulung der Imkerschaft (z.B. Kurse im Bieneninstitut in Celle) und die Bereitstellung eines Bienenzuchtberaters.

 Neubeginn nach Kriegsende

Im Januar 1946 fand die erste Versammlung nach dem Krieg statt. Nach H. Ahlvers und später K. Hornbostel wurde 1974 Gerhardt  Fuhrich, Hämelerwald, 1. Vorsitzender und bekleidet dieses Amt unverändert auch heute. Nach Kriegsende herrschte Not, die Imkerei bot dabei Honig und Kerzenwachs als günstiges Tauschmittel. Demzufolge stiegen die Völkerzahlen stark an. Aber auch Rückschläge kamen: 1948 gab es infolge Insektenvernichtungsmitteln in der Landwirtschaft ein Massensterben von Bienen. Auch Bienenkrankheiten wie die Tracheenmilbe (zeitweilig), Nosema  und ab den 80er Jahren die Varroamilbe (auch heute aktuell) brachten große Probleme. Nicht zuletzt auch der Preisverfall durch Überproduktion von landwirtschaftlichen Produkten, von denen auch Honig nicht ausgenommen war, bereitete den Imkern Probleme.

 Mitgliederstand und Bienenvölker

Im Jahr 1938:        42 Mitglieder mit 573 Völkern

             1950:         82 Mitglieder mit 650 Völkern

             1968:         54 Mitglieder mit 659 Völkern

             1988:         82 Mitglieder mit 579 Völkern

             1998:         78 Mitglieder mit 432 Völkern (davon 15 Mitgl. ohne Bienen)

             2003:         73 Mitglieder mit 520 Völkern

Interessant ist auch die Rückentwicklung der Korbimkerei:

Im Jahr 1938:        324 Körbe

             1948:        133

             1958:          63

             1968:          40

        ab 1978:        keine

 65 Jahre Imkerverein Lehrte

Zum Jubiläum im Jahr 2003 wünscht sich der Verein:

-          bei Neupflanzungen im Interesse der Insekten mehr Achtung auf Vielfalt,

-          keine Kahlschläge in Heckenzeilen, an Böschungen, Feldrainen und Bachläufen,

-          die Ausweisung größerer Brachflächen und

-          ein zuverlässiges  und preisgünstiges Varroa-Bekämpfungsmittel.

 Honigproduktion, Honigabsatz

Der Preisverfall auf dem Markt, insbesondere durch Importe aus dem Ausland, führte zur verstärkten Qualitätssicherung des einheimischen Honigs. Honigschulung (z.B. im Celler Bieneninstitut) wurde für Jungimker ab 1. Januar 1993 zur Pflicht. Ein Vorteil des Vereins ist, dass der ehemalige Kreishonigobmann Hannover, Georg Stahlhut, Ehrenmitglied im Imkerverein Lehrte ist und somit sein Wissen dort immer noch direkt einbringen kann.

 Der Verein heute

Monatliche Frühschoppen mit großer Beteiligung, regelmäßige Referate von Vereinsmitgliedern zu aktuellen Themen, Vorträge durch externe Fachleute, Besichtigungsfahrten in ganz Deutschland und aktive Beteiligung an Ausstellungen und Stadtfesten kennzeichnen einen lebendigen Verein in Lehrte. Hinzu kommen eine leicht steigende Mitgliederzahl und eine erfreuliche statistische Verjüngung des Vereins durch Jungimker als Neuzugänge.


 
 

 Wichtige Anschriften:

Gesundheitszeugnisse für Bienenstände im Bereich Hannover stellen folgende Veterinärbehörden aus:
Landeshauptstadt Hannover
Veterinärwesen
Vordere Schöneworth 14
30167 Hannover
Tel. 168-31153
Fax: 168-31234

Region Hannover
Team Veterinärwesen
Hildesheimer Straße 20
30169 Hannover
Tel. 0511-616-22807
Fax 0511-61621082

Landesverband Hannoverscher Imker e.V.:
30159 Hannover - Johannssenstraße 10 (im Hause der Landwirtschaftskammer)
E-mail: info@imkerlvhannover.de - Internet: www.imkerlvhannover.de

Kreisimkerverein Hannover:
Vorsitzender: Dr.Reinhold Hergemöller, Meitzer Busch 31,30900 Wedemark, (05130) 40871

Imkervereine in der Region Hannover:
Burgdorf: Werner Christmann, Schillerslager Str. 30,31303 Burgdorf, (05136) 2374
Burgwedel-Isernhagen:  Hans-Michael Gorecki, Rosenweg 2,30938 Burgwedel, (05139) 5622
Hannover-Linden-Land:  Eckard Schütte, Lessingstr. 11,30457, Hannover (0511) 461919
Hannover-Nord: Horst Ehlers, Lenther Str. 41,30455 Hannover, (0511) 492486
Langenhagen-Hann.-Land: Edgar Bause, Lindenstraße 4,30855 Langenhagen, (0511) 775886
Lehrte: Peter Spitzenberg, Im Klingenkampe 5A, 30659, (0511) 611473
Neustadt: Walter Scheithauer, Im Bleeke 24,30826 Garbsen - Meyenfeld, (05131) 52946
Osterwald: Wilfried Orthmann, Im Stühe 80,30826 Garbsen - Horst, (05131) 2202
Pattensen: Karl-August Heiser, In der Worth 21,31832 Springe, (05041) 2430
Springe: Joachim Brendel, Hallermundtskopf 6,31832 Springe, (05041) 61213
Wedemark: Dr.Reinhold Hergemöller, Meitzer Busch 31,30900 Wedemark, (05130) 40871
Wunstorf: Jürgen Thiele, Schloßstr. 26,31515 Wunstorf-Bokeloh, (05031) 6234

Lehrbienenstände:
Langenhagen: Edgar Bause, Lindenstraße 4,30855 Langenhagen, (0511) 775886
 Detfurth: Josef Zirm, Adelogstraße 2, 31141 Hildesheim, (05064) 1691

Imkereibedarf, Imkereitechnik:
zum Beispiel
Klaus Möller, Denkmalstr. 6, 1177 Borsum (05127) 6422
Email: imkereitechnik@gmx.de, Internet: www.bienen-technik.de

Sonstiges:
Deutscher Imkerbund e.V., Villiper Hauptstraße 3, 53343 Wachtberg, (0228) 932920 Fax (0228) 321009
Email: deutscherimkerbund@t-online.de, Internet: www.deutscherimkerbund.de

LAVES - Institut für Bienenkunde, Herzogin-Eleonore-Alle 5, 29221 Celle (05141) 9050340,
Fax 05141/9050344 Email: info@bieneninstitut.de, Internet: www.bieneninstitut.de

Deutsches Bienen-Journal, Deutscher Bauernverlag, Postfach 31 04 48, 10634 Berlin
(030) 46406-268, Fax(030)46406-450
Email: bienenjournal@bauernverlag.de; Internet: www.bauernverlag.de

Fragen zu Wespen, Hummeln, Hornissen siehe "Archiv" unter "Sonstiges"


 

Geschichte, Ziele und Aufgaben
des Landesverbandes Hannoverscher Imker e.V.

Im Jahr 1864 gründete eine Reihe von Imkervereinen den „Bienenwirtschaftlichen Centralverein für das Königreich Hannover". Um 1907 hielten die darin organisierten Imkerinnen und Imker noch ca. 200.000 Bienenvölker. Aus dem Centralverein entstand ab 1946 der Landesverband Hannoverscher Imker e.V. Im Verbandsgebiet gab es früher riesige Heideflächen. Die Betriebsweise der Korbimker konzentrierte sich vollends auf diese wichtige Trachtpflanze. Der Heidehonig wurde in ganz Deutschland verkauft. Durch die Technisierung in der Landwirtschaft verschwanden die Heideflächen immer mehr und stehen heute meist nur noch in Naturschutzgebieten zur Verfügung (Bild: Gifhorner Heide).

Auch die Imkerei veränderte sich wesentlich. Berufsimkereien mit sehr großen Völkerzahlen fanden häufig aus Rentabilitätsgründen keinen Nachfolger mehr. Da die Trachtverhältnisse insbesondere im Sommer schlechter wurden, weil auf den Äckern kaum noch blühende Pflanzen vorkamen, veränderte sich die Völkerführung. Bienenvölker wohnen heute in modernen Beuten (Magazinbeuten, d.Red.). Die meisten Imkerinnen und Imker betreiben die Bienenhaltung als Freizeitgestaltung und halten im Schnitt bis zu 10 Völker. Berufs- und Erwerbsimker betreiben allerdings oft über 500 Völker, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Das Fundament unseres Verbandes bilden die vielen, über das ganze Land Niedersachsen verteilten Mitglieder, die wiederum in den Imkervereinen und Kreisimkervereinen organisiert sind. Die Verbandsaufgaben haben sich ständig gewandelt. Stand nach dem 2. Weltkrieg die Beschaffung und Verteilung von imkerlichen Betriebsmitteln im Vordergrund, gilt es heute mehr, das Verständnis für die Imkerei in der Bevölkerung zu verbessern und zu vermitteln. Zusammenhänge der Natur müssen heute sehr viel intensiver erklärt werden. Das Niveau unseres Qualitätsproduktes „Echter Deutscher Honig" muss ständig überprüft und verbessert werden. Das Warenzeichen soll dem Anspruch der Verbraucher weiterhin gerecht werden, um im Markt vorn zu stehen.

Die Züchtung der Honigbiene und die damit verbundene Steigerung der Leistung in den vergangenen Jahrzehnten wird von unserer Organisation vorangetrieben. Auf diese Weise sind wir in der Lage, bei Verschlechterung der Trachtangebote in der Natur einigermaßen stabile Erträge zu erzielen.

Bienenhaltung ist eine attraktive Freizeitbeschäftigung und gehört in den ländlichen Raum wie in die Städte, um den Erhalt von Fauna und Flora für kommende Generationen abzusichern. Ohne Betreuung durch die Imkerinnen und Imker können Bienenvölker in der Natur heute nicht überleben.

Auch in Zukunft liegt die wesentliche Aufgabe des Landesverbandes darin, die Ausübung der Imkerei zu fördern, indem wir den konstruktiven Dialog mit unseren Partnern in Instituten, Ministerien und Verbänden führen.

Weitere Schwerpunkte:
Beratung (Bienengesundheit, Honig, Bienenweide, Recht, Beobachtung, Bienenwanderung),
Versicherungen (Imker-Global, Haftpflicht, Unfall, Rechtschutz),
Wahrnehmung der imkerlichen Interessen in der Bevölkerung (Film- und Bildstelle, Nachwuchsförderung, Teilnahme an der Honigmarktkontrolle, gutachterliche Unterstützung in imkerlichen Rechtsfragen).

Jürgen Frühling, 1. Vorsitzender

Landesverband Hannoverscher Imker e.V.
Johannssenstr. 10, 30159 Hannover,
Tel. 0511/324339, Fax 0511/3681031,
Email: info@imkerlvhannover.de,
www.imkerlvhannover.de